Fast jedes Hardwareunternehmen, das ich von innen gesehen habe, hat sein Subscription-Geschäft an derselben Stelle verloren. Es war nie die Technik.
Das Muster ist bemerkenswert stabil. Die Geschäftsführung beschließt den Weg zu wiederkehrenden Erlösen. Eine Plattform wird gebaut. Die Konnektivität funktioniert, die Pilotkunden sind begeistert, die Demo ist wirklich gut. Zwei Jahre später kommen achtzig Prozent des Umsatzes weiterhin aus dem Einmalverkauf, und die Plattform steht als Kostenblock in der GuV, den jemand in jeder Budgetrunde verteidigen muss.
Die Diagnose, die man an dieser Stelle üblicherweise hört, lautet: Der Vertrieb hat das neue Modell nicht verstanden. Diese Diagnose ist falsch. Der Vertrieb hat es exakt verstanden.
Eine Maschine kostet 40.000 €. Sie ist am Tag der Unterschrift Auftragseingang und sofort provisionsrelevant. Die Subscription-Alternative liegt bei 400 € im Monat — 4.800 € im ersten Jahr. Gleicher Kunde, gleiche Termine, gleiche technischen Einwände, häufig sogar mehr Aufwand, weil das Buying Center ein anderes ist und die Rechtsprüfung länger dauert.
Bei unverändertem Provisionssatz wird dem Verkäufer zugemutet, für denselben Aufwand rund ein Zehntel des diesjährigen Einkommens zu akzeptieren — im Tausch gegen einen Unternehmensvorteil, der sich im vierten Jahr einstellt. Wer die Subscription trotzdem verkauft, subventioniert die Konzernstrategie aus dem eigenen Haushaltsbudget. Das ist kein Widerstand gegen Veränderung. Das ist Arithmetik.
Dieselbe Bruchstelle läuft übrigens durch die Kundenorganisation: Investition und laufender Aufwand liegen in verschiedenen Budgets, mit anderen Genehmigungsgrenzen und anderen Unterschriften. Ein Modellwechsel auf deiner Seite verlegt den Abschluss stillschweigend in einen anderen Entscheidungsprozess auf deren Seite.
Ein Geschäftsmodellwechsel ist ein Vergütungs- und Zielsystemprojekt mit angeschlossener Softwareentwicklung — nicht umgekehrt. Die meisten Organisationen betreiben ihn andersherum, weil eine Plattform zu bauen eine Entscheidung ist, die man innerhalb der Technikfunktion treffen kann, während die Neufassung des Provisionsplans den CFO, die Personalleitung und ein unangenehmes Gespräch mit dem Vertriebsvorstand erfordert.
In dem Übergang, der bei mir am schnellsten wiederkehrende Erlöse gebracht hat — rund 3 Mio. € — war die Plattform nach neun Monaten fertig. Die Auseinandersetzung über den Provisionsplan hat elf gedauert. Die zweite Zahl hat das Ergebnis bestimmt.
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